Behandlungsmethoden in der Osteopathie
Biodynamische Osteopathie

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Es gibt 3 Behandlungsmethoden in der Osteopathie:

  • 1. Direkte Techniken bzw. biomechanische Techniken, durch Bewegungstests findet man die Einschränkung, die durch einen Impuls gelöst wird (Einrenken eines Wirbels oder eines Gelenks)
  •  2. Indirekte Techniken, die man auch funktionelle Techniken nennt. Man sucht in der Einschränkung des betroffenen Gebietes einen Zustand, wo es sich entspannen und lösen kann
  •  3. Biodynamische Osteopathie: Es werden hier keine Bewegungstests als Diagnose vorgenommen. Auch arbeitet man hier nicht direkt oder indirekt an den Einschränkungen. Wir arbeiten mit den Bewegungen, die man im Gewebe des Körpers wahrnehmen kann und der Ausdruck, Kraft und die Richtung der Bewegungen geben uns diagnostische Hinweise.

Die biodynamische Osteopathie wurde vom amerikanischen Arzt und Osteopathen Dr. James Jealous begründet. Er arbeitete nach dem Studium auf dem Lande in seiner Praxis und lernte dort in seiner Nachbarschaft eine frühere Schülerin und dann Ausbilderin von Dr. Sutherland kennen. Sie unterrichtet ihn dann über 15 Jahre regelmäßig bei sich in der Praxis.

Er studierte sehr intensiv die kranielle Arbeit von Dr. Sutherland, da er mehr über diese Kräfte, die er spürte, herausfinden wollte.

Dabei stieß er auf ein Buch eines deutschen Embryologen, der auch solche Kräfte beim Wachstum der Embryos beschrieb. Durch seine Erkenntnisse und Erfahrungen nahm Dr. Jealous an, dass die embryologischen Wachstums- und Entwicklungskräfte das ganze Leben erhalten bleiben.

Viele Osteopathen waren an diesen Erkenntnissen von ihm interessiert und so entwickelte er ein Ausbildungsprogramm. In diesen Phasenkursen lernt man über die Jahre seine Fähigkeiten der Wahrnehmung und des Fühlens dieser kaum wahrnehmbaren Dynamiken.

In der klassischen Ausbildung liegt der Fokus beim Finden der Läsionen, die Bereiche, wo was nicht stimmt und in der Biodynamik versucht man sich auf die Gesundheitskräfte einzustimmen, um diese dann zu unterstützen.
Ich vergleiche das gerne mit dem Einstellen eines Radiosenders. Habe ich das Signal exakt eingestellt, kann ich vom Körper Informationen erhalten und ihn bestmöglich unterstützen.

Wenn ich nun meine Hände auf den Körper lege, bekomme ich gleich einen Eindruck der Vitalität und Kraft des Gewebes. In der Biodynamik spricht man von einem Flüssigkeitskörper. Stellen Sie sich den Körper als eine zähe Flüssigkeit vor, wodurch Wellen gehen und im optimalen Zustand fühlt man eine Flut und Ebbe der Flüssigkeiten. Durch Stürze, Operationen, Stress, falsche Ernährung und Medikamente werden sich diese Flüssigkeitsdynamiken verändern und das ist wahrnehmbar.

Beispiel 1: Wenn man einen Unfall hatte, wo eine sehr starke Kraft von einer Seite kam, dann kann man sich vorstellen, dass in dem Körper diese Flüssigkeiten leicht zur Seite rüber schwappen und darauf langsam wieder in Richtung Ausgangslage zurückkommen, jedoch meist nicht in seine ursprüngliche Position. Dieses Muster, was dann bleibt, das wird im Prinzip von Muskeln im Körper gehalten und das kostet Energie und wird dann mit der Zeit
körperliche Probleme bereiten: z.B. wiederkehrende Verspannungen, Wirbelblockaden usw. Behandlungen in diesem Bereich werden die Symptome nur kurzfristig verändern, wenn man nicht die Ursache, diese Flüssigkeitsverschiebung, beheben kann.
Diese Verschiebungen können wir wahrnehmen und dem Körper helfen, seine Mitte wieder zu finden.

Beispiel 2: Nach einem starken Schock/ Trauma spürt man, dass der Körper erstarrt ist. Es ist kaum Bewegung wahrnehmbar und wenn man dem Körper hilft, wieder in seinen Fluss zu kommen, dann fühlt sich derjenige gleich viel besser.

Beispiel 3: Bei einer schweren Geburt oder einer schlechten Lage im Mutterleib, in der man sehr viel Druck auf eine Stelle des Schädels oder Gewebe bekommen hat, fühlt man eine sehr starke Spannung. Das Gewebe fühlt sich sehr fest an und durch die Verbesserung des Flusses, können diese Gebiete langsam weich werden.

Gerne vergleiche ich dann diese Stellen im Körper mit sehr trockenen Felder und wir öffnen bildlich gesehen den Wasserhahn, wodurch diese Felder wieder bewässert werden. Nun kann es vorkommen, dass der Wasserhahn sich ein wenig schließt und wir den Körper wieder unterstützen müssen, damit dieser Fluss weiterhin wirken kann.

Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, dass ich ein Bild mit einem Fluss oben in meiner Homepage gewählt habe. Der Fokus in meinen Behandlungen ist es, die Selbstheilungskräfte in den Fluss zu bringen. Das Bild, was sie hier sehen, beschreibt die Kraft , die plötzlich in der Flüssigkeit auftaucht und dann Veränderungen bringt.

Ein wichtiger Aspekt bei den Behandlungen ist es, warten zu können bis die Informationen wahrnehmbar sind. Vielleicht haben Sie schon einmal erlebt, wie es sich anfühlt, wenn ein Mensch einem zu Nahe kommt. Dann fühlt man sich bedrängt und das kann in einer Behandlung auch vorkommen, wenn der Osteopath zu viel vom Körper möchte und aufdringlich nach den Läsionen sucht.

Zum Ende der Behandlung kann sich ein Ruhepunkt einstellen, das heißt: alles ist still und ruhig. Man fühlt eine Leere, es ist nichts vorhanden, außer einer ganz friedlichen Ruhe. Aus dem Nichts heraus erscheint dann plötzlich eine Kraft und die Bewegung der Flüssigkeiten werden größer und kraftvoller.

Ich hoffe, mit dieser kurzen Ausführung, die Biodynamik ein wenig begreiflicher gemacht zu haben. Jeder Patient erlebt eine Behandlung anders, keine Behandlung ist gleich, da der Körper immer wieder in einer anderen Verfassung ist.